Turbulenzen um ein Kinderkarussell

Ursprünglich war auf dem Platz gegenüber dem Riesenrad für die diesjährige Jubiläumswiesn das historische Kinderkarussell der Schaustellerfirma Hohmann vorgesehen. Relativ kurzfristig musste der Veranstalter jedoch Ersatz suchen, so dass seit letztem Freitag die Bayern-Rallye der Schaustellerfamilie Fahrenschon  auf der Loretowiese ihre Runden dreht. Lesen Sie hier was zuvor geschehen war.

Der Aufbau eines Volksfestes ist immer eine "heiße Sache". Standplätze müssen vergeben, große Anhänger eingewiesen und die Aufbauarbeiten überwacht werden. Zu alledem kam in diesem Jahr auch noch die Sommerhitze dazu.

 

Kommen Schausteller mit ihrem Fuhrpark auf der Festwiese an ist es usus, dass sich der jeweilige Betrieb bei der Geschäftsstelle des Wirtschaftlichen Verbandes meldet und Bescheid gibt, dass man angekommen ist. In der Regel kommt dann ein Mitarbeiter und weist die Sattelzüge auf die entsprechenden vorgesehen Standplätze ein. Dies ist zum einen wichtig, weil natürlich ein kompakter Aufbau aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse erforderlich ist sowie auch für später eintreffende Fahrgeschäfte ein reibungsloser Aufbau sichergestellt werden muss.

 

So meldete sich wie vorgesehen auch der Schausteller Eduard Hohmann beim WV, nachdem er Anfang vergangener Woche mit seinem Kinderkarussell in Rosenheim angekommen war. Trotz einiger Wartezeit bei sommerlichsten Temparaturen erfolgte jedoch keine Einweisung. Hinzu kam, dass genau gegenüber des vorgesehenen Standplatzes das Fahrgeschäft "Magic" aufbaute. Hierbei muss man wissen, dass auch Herr Hohmann ebenfalls ein Fahrgeschäft des gleichen Typs besitzt und in den vergangenen Jahren schon oftmals auf dem Herbstfest mit seinem Magic vertreten war. Offensichtlich wurde nun - gerade zur diesjährigen Jubiläumswiesn - einem Konkurrenten (der noch nie mit dem Magic auf dem Herbstfest war) der Vorzug gegeben. 

 

Nachdem auch nach mehrstündiger Wartezeit niemand zur Platzeinweisung kam, war es Herrn Hohmann zu viel. Protestierend suchte der jahrzehntelange Herbstfestbeschicker erneut die Geschäftsstelle auf. Er würde sich ein derartiges Verhalten nicht bieten lassen, auf die Herbstfestteilnahme verzichten und wieder abreisen. Nachdem man einer derartigen Ansage zunächste wohl wenig Glauben schenkte, setzte der Schausteller seine Worte jedoch prompt in die Tat um und fuhr samt Fahrgschäft und Mannschaft davon, so dass dem Wirtschaftlichen Verband nichts anderes übrig blieb als sich drei Tage vor Wiesnstart einen Ersatzbetrieb zu suchen. Da das Kinderkarussell der Fa. Fahrenschon nicht anderweitig im Einsatz war, konnte der heimische Schaustellerbetrieb kurzfristig einspringen und ist somit auch dieses Jahr auf dier Wiesn vertreten, obwohl man eigentlich keine Zulassung bekommen hätte. Auf der anderen Seite hätte Hohmanns historische Karussell gut zum Jubiläumsherbstfest gepasst.

 

Sehr geehrter Herr Hohmann, zwar mag Ihre Entscheidung wenig diplomatisch gewesen sein, dennoch gebürt Ihrem Verhalten voller Respekt. Es gibt wohl wenig Schausteller die den Mut aufbringen auf derart deutliche Weise auf Missstände hinzuweisen und ihren Worten auch Taten Folgen lassen. Gerade die Tatsache, dass es sich bei dem Rosenheimer Herbstfest um eine "Privatvernstaltung" handelt und eben nicht um eine öffentliche Einrichtung wie z.B. das Münchener Oktoberfest, hat zur Folge, dass sich der Veranstalter sehr viel erlauben kann. Menschen wie Sie zeigen, dass hinter dem vordergründigen Kommerz es auch noch Menschen gibt, die dem Volksfest ein Gesicht geben. Während es auf der einen Seite modern ist sich als nebenberuflicher Schausteller gastronomisch auf der Wiesn zu betätigen, haben Sie mit unterschiedlichsten Betrieben über Jahrzehnte dem Rosenheimer Herbstfest die Treue gehalten. Ob wir Sie nach dieser Aktion in den nächsten Jahren jedoch nochmals in Rosenheim sehen, bleibt natürlich fraglich.

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