Die "Wiesn-Cops" - letzter Teil

Vorbehaltlich unvorhergesehener größerer Ereignisse in den letzten Wiesn-Stunden verabschiedet sich das Wiesn-Blaulicht mit den letzten „Highlights" des 14. und 15. Herbstfesttages bis zur nächsten „Fünften Jahreszeit". Ein dickes Lob an alle Einsatz- und Ordnungskräfte für ihr Engagement und diejenigen Besucher, die durch ihr diszipliniertes Verhalten dazu beitrugen, dass sich die blaulichtrelevanten Vorfälle und Ausfälle heuer in Grenzen hielten. Hier der Rest vom Fest:

 

So richtig Vollgas...

war auf der „Schlussgeraden“ des diesjährigen Herbstfestes angesagt. So war der Besucheransturm am letzten Wochenende enorm und der Durscht offenbar auch. Einige ließen es dann noch mal so richtig „krachen“. Rettungsdienste, Sicherheitsdienstmitarbeiter und Polizei waren schwer gefordert, aber zu keiner Zeit überfordert. Überall dort, wo es „knisterte“ bzw. bereits „krachte“ waren die „Ordnungshüter“ rasch zur Stelle.


Zu neugierig...

war offenbar ein 21-jähriger Rosenheimer, der im Prosecco-Stadl auf einen 46-jährigen Riederinger Schottlandfan mit traditionellem Kilt traf und mal schnell der Frage nachgehen wollte, was denn Schotten so eigentlich unter dem Rock tragen. Als er Hand anlegte, wurde zwar zuerst der Rock gelupft, dann aber auch er. Der Schottenrockträger packte das neugierige Bürschlein und warf ihn mal schnell gegen die Wand. Fazit: Ein Klischee ist schee, aber die Überprüfung tut manchmal auch weh.


Akut...

war am Sonntagfrüh der Mangel an freien Taxi. Offenbar aufgrund dieses „Notstands“ eskalierte der Streit um eines der begehrten Mitfahrgelegenheiten in der Rosenheimer Innenstadt. Zwei 24 und 26 Jahre alte Wiesnbesucher schubsten sich so lange gegenseitig aus dem Taxi, bis einer von ihnen keines mehr brauchte. Der 24-Jährige Flintsbacher fuhr schließlich Taxi und der 26-Jährige aus dem Bereich Erding mit einer Platzwunde via Sanka ins Krankenhaus.


„Full House“...

herrschte wieder mal im „Hotel Ellmaierstraße“. Trotz mangelhaftem Etagenservice, spartanischer Raumausstattung, lärmenden Zimmernachbarn und mieser Aussicht (Keller) rauften sich im wahrsten Sinne des Wortes wieder etliche um eines der begehrten Quartiere. Na ja, wo sonst bekommt man in Wurfweite vom Herbstfestplatz für 50 Euro ein trockenes und sicheres Plätzchen?!

 

 

***

 

Fazit

 

Die „Fünfte Jahreszeit“ bescherte der Rosenheimer Polizei den erwarteten Arbeitsanfall, aber zum Glück keine größere Vorfälle. Unterstützt von Kräften der Bereitschaftspolizei, den Einsatzzügen Weilheim/Traunstein und im Zusammenwirken mit den Ordnungsdiensten sorgten die Rosenheimer Polizeibeamten für einen weitgehend störungsfreien Verlauf der 16-tägigen Veranstaltung. Somit konnte die überwiegende Mehrheit der Herbstfestbesucher sich ungestört dem Vergnügen auf dem 147. Rosenheimer Herbstfest widmen.

Der Chef der einsatzführenden Polizeidirektion Rosenheim, Polizeidirektor Franz Metzger zieht Bilanz: „Das Rosenheimer Herbstfest verlief aufgrund des hohen Besucheraufkommens für die Polizei wieder sehr arbeitsintensiv und war in diesem Jahr geprägt von einem Anstieg bei den Körperverletzungsdelikten sowie einer positiven Entwicklung bei der Verkehrssicherheit. Das seit Jahren bewährte Einsatzkonzept und die hohe Polizeipräsenz gewährleisteten auch heuer wieder einen reibungslosen Veranstaltungsverlauf. Wer sich nicht an die Spielregeln hielt, straffällig wurde, oder sich alkoholbedingt daneben benahm, bekam das polizeilich konsequente Handeln zu spüren. Wie angekündigt, wurden aufgrund der zunehmend feststellbaren Alkoholisierung von Kindern und Jugendlichen im Zusammenwirken mit dem Stadtjugendamt vermehrt Jugendschutzkontrollen durchgeführt. Nicht ohne Erfolg, die Zahl der alkoholisiert angetroffenen Kinder und Jugendlichen ging deutlich zurück“

 

 


 

 

Die Beamten der Wiesnwache - stets präsent, hilfsbereit und kompetent.

 

 

Auf dem Herbstfestgelände sorgten vorwiegend die Beamten der Wiesnwache für Sicherheit. Die erfahrenen und speziell für den Wiesn-Dienst geschulten Beamten der Wiesnwache waren freundlich, stets präsent und im Einschreiten sehr konsequent. Die Zusammenarbeit mit den Ordnungsdiensten und den von der Sicherheitsgemeinschaft Herbstfest beauftragten Sicherheitsunternehmen war ausgezeichnet. Viele Streitigkeiten unter Besuchern konnten so schnell unterbunden oder bereits im Ansatz verhindert werden. Der übermäßige Alkoholgenuss zahlreicher Herbstfestgäste und die daraus resultierenden Aggressionsdelikte sorgten dafür, dass die Polizeibeamten trotz des insgesamt erfreulichen Herbstfestverlaufens alle Hände voll zu tun hatten. Zu späterer Stunde und meist nach Wiesnschluss gerieten vorwiegend polizeibekanntes Klientel oder vom Alkohol enthemmte Personen aneinander.



Vorjahreszahlen in ( )

 

Die Polizei registrierte heuer 49 (32) Körperverletzungsdelikte auf dem Festgelände und im näheren Umfeld. In den überwiegenden Fällen handelte es sich um wechselseitig begangene Auseinandersetzungen ohne schwerwiegende Folgen für die Beteiligten. Besonders aggressiv zeigten sich dann aber einige beim Wiesnendspurt. Allein am letzten Wiesnsamstag mussten die Beamten bei acht Schlägereien einschreiten.

Wer raufte, randalierte oder nicht mehr Herr seiner Sinne war, wurde in polizeilichen Gewahrsam genommen. 32 (30) Herbstfestbesucher im Alter von 17 bis 85 Jahren landeten heuer zu ihrem eigenen Schutz bzw. zur allgemeinen Sicherheit in den Armen der Polizei und durften in den Arrestzellen ihr Gemüt kühlen bzw. ihren Festrausch ausschlafen.

Nach wie vor gefürchtet ist das vom Veranstalter ausgesprochene und von der Polizei konsequent überwachte „Wiesn-Verbot“. 38 (27) in der Regel männliche Rabauken manövrierten sich selbstverschuldet ins frühzeitige „Wiesn-Aus“. Alle hartnäckigen Versuche der so „Ausgeschlossenen“ sich dem Verbot zu widersetzen und doch wieder dabei zu sein, wurden von der Polizei vereitelt und mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch geahndet.

Die bei der Polizei bislang zur Anzeige gebrachten Sachbeschädigungen hielten sich im Vergleich zum Vorjahr etwa die Waage. 19 (18) mal beschädigten alkoholisierte „Vandalen“ geparkte Fahrzeuge, Verkehrsschilder und Schaufenster. Aufgrund der hohen Polizeidichte konnten einige von ihnen schon kurz nach der Tat festgenommen und zur Verantwortung gezogen werden.

Auch in diesem Jahr nutzten „Langfinger“ wieder jede sich im Herbstfesttrubel bietende Gelegenheit zum Diebstahl. 38 (35) Rucksäcke, Taschen, Geldbörsen, Handys, und Fahrräder wechselten so unrechtmäßig den Besitzer. Wer glaubte, im Bierpreis sei der Maßkrug enthalten, musste sich eines besseren belehren lassen. Wie angekündigt hatte die Polizei ein wachsames Auge auf Maßkrugdiebe.

Dass die angekündigten und konsequent durchgeführten Jugendschutzkontrollen von Jugendamt und Polizei durchaus ihre Berechtigung haben, belegen die Ergebnisse. Rund 600 Personen wurden kontrolliert, knapp 300 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren (Schwerpunkt Mädchen) die sich ohne Begleitung ihrer Eltern oder eines Personensorgeberechtigten in den Biertempeln aufhielten, erhielten einen Platzverweis. Es wurden insgesamt nur wenige alkoholisierte Jugendliche angetroffen. Der Spitzenreiter war allerdings ein 15-jähriger mit über 1,8 Promille, der der ärztlicher Hilfe zugeführt werden musste.

 

 

Ein weiterer Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit zur Herbstfestzeit ist die Verkehrssicherheit. Wie angekündigt, wurden auch heuer wieder zahlreiche Verkehrssicherheitskontrollen durchgeführt. Das Ergebnis ist durchaus erfreulich. Meist trafen die Beamten auf Fahrgemeinschaften mit absolut nüchternen Fahrern, aber halt nicht in jedem Fall. Von den rund 2700 kontrollierten Verkehrsteilnehmern mussten knapp 700 Kraftfahrer zum Alkotest. Bei 12 (15) Autofahrern mit Promillewerten über 1,1 Promille wurde der Führerschein gleich an Ort und Stelle „kassiert“ und eine Blutentnahme veranlasst. 17 (33) Autofahrer, die ohne Ausfallerscheinungen, aber mit Promillewerten zwischen 0,5 und 1,1 Promille am Steuer angetroffen wurden, erwartet nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren mit empfindlicher Geldbuße und Fahrverbot. Im Rahmen der Kontrollen wurden auch zwei Radfahrer und zwei motorisierte Zweiradfahrer erheblich alkoholisiert „aus dem Verkehr gezogen“.

Ebenfalls erfreulich ist der Rückgang bei den Verkehrsunfällen während der diesjährigen „Fünften Jahreszeit“. Insgesamt registrierte die Polizei drei (sechs) Verkehrsunfälle bei denen lediglich in einem Fall (4) der Fahrer unter Alkoholeinfluss stand.

Als durchaus positiv darf die Entwicklung in Sachen Parkmoral der Herbstfestbesucher bewertet werden. Rund 900 (1137) „Parksünder“ mussten von Angestellten der Städtischen Verkehrsüberwachung und Polizeibeamten gebührenpflichtig verwarnt werden. Besonders erfreulich - lediglich 44 (96) Autofahrer parkten ihre Fahrzeuge so „verboten“ in Feuerwehranfahrtszonen, auf Behindertenparkplätzen, Rettungswegen oder an Bushaltestellen, dass sie abgeschleppt werden mussten.

 


Der Leiter der Polizeidirektion, Polizeidirektor Franz Metzger, dankt allen Einsatzkräften für ihr Engagement und dem Veranstalter, dem Wirtschaftlichen Verband sowie den Verantwortlichen der Stadt Rosenheim, für die hervorragende Zusammenarbeit. Gemeinsam wurden auch heuer wieder beste Herbstfestrahmenbedingungen und somit die Basis für einen reibungslosen Veranstaltungsverlauf geschaffen.

 

Quelle: Pressemitteilung der PD Rosenheim

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